Cross Academy
 


Die 'Cross Academy' ist eines der angesehensten Internate, sowohl für Menschen als auch die Kreaturen der Nacht. Tretet ein und lernt was es heißt, Seite an Seite zu existieren mit denen, die anders sind als ihr...
 
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 Speisesaal

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BeitragThema: Speisesaal   Sa 17 Jul 2010 - 21:09

das Eingangsposting lautete :

Im Untergeschoss des Day Dorms, befindet sich der Speisesaal, indem alle Schüler des besagten Hauses ihr Frühstück und ihr Abendbrot einnehmen.
Auch dieser Raum ist in hellen sandsteinfarbenden Tönen gehalten. Der Boden ist mit hellem Parkett ausgelegt und an den Wänden finden sich im unteren Bereich dunkle Holzvertäfelungen. Alles in allem ist der große Raum mit zahlreichen seinen wunderschönen großen Fenstern eine wahre Wohlfühloase, die nicht nur zum Schlemmen einlädt. Unter der oben entlang verlaufenden Balustrade findet sich eine lange Theke, an der man zahlreiche Speisen findet. Diese werden immer wieder von einer netten älteren Dame nachgereicht. Hat ein jeder die Speise seiner Wahl gefunden, so kann er sich an einen der vielen großen vierer Tische niederlassen.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Fr 21 März 2014 - 11:50

Der Saal leerte sich. Die Schüler kamen, sie gingen. Manchmal hatte Akunin das Gefühl, wie sehr er sich bemühte, einen Überblick zu behalten, so würde er es nie schaffen, das Chaos in Ordnung zu bringen. Er fühlte sich als Hausvorstand natürlich dafür verantwortlich, aber dass man ihn bald ersetzen würde, davon ahnte er noch nichts, hätte es als willkommen angesehen. Wüsste er doch, dass man für dieses Schuljahr eine Wahl veranstalten würde!
Als Kandidat hätte er sich beworben, aber nicht so freudig wie früher. Der Job war stressig und irgendwie undankbar. Wenn er so Umi betrachtete, die genauso wie er eine Statue aus traurigen, grauen Stein darstellte, so hatten sie wirklich sehr viel für die Schule getan, ohne dabei sehr viel zurück zu bekommen. Nur den alten Ruf blieb ihnen wohl, doch das wäre in Ordnung.
Seufzend zuckte Akunin die Schultern. So böse richtend wollte er gar nicht klingen, aber sie hatte Recht.
Du hast Recht, der erste Schultag ist oft sehr seltsam“, murmelte er und schloss die Augen, als sie sein Haar sanft strich. Es war in Ordnung, weil sie es war, mochte aber eigentlich nicht wirklich, wenn man ihn begrabschte. Auch wenn seine Mutter früher das Haar ordentlich frisiert hatte, so hatte er sich stets gewährt und mit 'Ach, Ma!' geschimpft. Er dachte sehr oft an seine Mutter und an seine Schwester und jedes Mal wurde ihm schwach ums Herz. Auch in diesem Moment wirkte sein Gesicht noch tief hängender, als sonst. Er lehnte sich zur Seite und schlang seine Arme um ihre Taille, als wäre sie sein Kissen und schmollte in seinen Oberarm, eher sein klingelndes Handy seine Aufmerksamkeit erregte und er die Position nach binnen Sekunden wieder verließ. Während Umi von Takis Abwesenheit berichtete, öffnete eine SMS und grunzte.
„Hey. Bin im Theatersaal. Habt ihr Kazuya schon gesehen?“, las er laut vor und schenkte Umi einen bösen Blick. Kein 'Wie geht es dir?', kein 'Tut mir leid, ich war die letzten Wochen tot?'.
Akunin öffnete eine SMS als Rücksendeantwort und tippte gefühlsvoll.
Hey, Igelkopf. Ich. Hasse. Dich“, begann er zu schreiben und blickte zu Umi.
Soll ich ihn von dir grüßen?“, fragte er, während er zu ihr hoch blickte und folgendes hinzufügte, als hätte er ihre Antwort erhalten.
Wenn wir im Saal erscheinen, bist du tot, Arschkopf“, setzte er fort, nachdem es geklingelt und die Versammlung verkündet worden war.
Ja, ihm geht es den Umständen entsprechend“, beendete Akunin die Nachricht und sendete, eher er sich erhob sich und blickte seine Freundin an.
Okay. Ich geh dann schon Mal vor“, sprach er, umarmte Umi noch kurz unbeholfen und schritt davon.

=> Eingangsbereich
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Fr 4 Apr 2014 - 20:45

Als er sie für einen Moment umarmte, strich sie ihm sanft über den Rücken, während sie zu ihm hinab sah. Sie mochte Akunins Nähe. Egal, was um sie beide herum geschah, oder ob der Anlass einer Berührung traurig war, oder nicht, schreckte sie nie vor ihm zurück. Denn in seiner Nähe fühlte sie sich sicher und geborgen. Als würde gut werden. So kam es ihr oft vor. Und hoffentlich würden sie in Zukunft fröhlichere Umstände antreffen, bei denen sie nah beieinander sein konnten. Irgendwie schienen sie nämlich zu den Menschen zu gehören, die ständig unterbrochen wurden!
Mit großen Augen sah sie wieder zu ihm hinunter. Ihre Umarmung war schnell wieder gelöst gewesen und sie verschränkte ihre Finger hinter ihrem Rücken ineinander.
„Oh.“, machte sie nur auf die Nachricht, die ihr vorgelesen wurde. Sieh einer an. Taki schritt endlich zur Tat! Und vor allem Dingen lebte er! Sehr gut! Das war freudiger Anlass.
Bevor das Mädchen auf die Frage des Hausvorstandes hatte antworten können, schrieb schon eine passende Erwiderung. Sie lächelte amüsiert.
„Ich hätte es nicht besser formulieren können.“, meinte sie. Kurz darauf, wich sie etwas zurück, als ihr Freund aufstand. Sie verabschiedeten sich und nachdem Umi ihr Frühstück fortgebracht hatte, war auch sie auf dem Weg den Anweisungen zu folgen.

>> Eingangsbereich
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Sa 29 Nov 2014 - 15:34

Konnte man eigentlich noch missmutiger sein als Aiven an diesem Tag? Auch wenn er zugeben musste, dass er heute ein bisschen auf Krawall gebürstet war.
Kampfeslustig vielleicht.
Die schiere Tatsache, dass er sich IMMERNOCH mit Ouin ein Zimmer teilen musste reichte schon um seine Laune zu ruinieren.
Aber wenigstens war die Musik AG angelaufen und das gab ihm ein bisschen weniger Zeit zum Nachdenken... Zusammen mit dem Stellevertreter Posten also eine ganz gute Sache... Stellvertretender Hausvorstand...
Er seufzte und überflog das Notenblatt, dass neben seinem Tablett auf dem Tisch lag und faltete es dann zusammen um es in die Tasche zu stecken.
Wo steckte Hikari eigentlich?
Aus irgendeinem Grund war er ihr heute noch nicht über den Weg gelaufen...
Außerdem musste er mal mit Shin reden und mit Hikari und vielleicht auch mit Cho.... über diese ganzen Dinge die in den letzten Wochen in der Schule vorgefallen waren.
Wenn man das mal bedachte, dann war das als ob diese ganzen Katastrophen gewartet hatten um eine neue Riege von Hausvorständen zu ärgern.
Er zog sein Handy aus der Tasche und fluchte über die Japanische Tastatur, stellte auf Englisch um und schrieb an Hikari - 'Hey, where the hell r u? I guess we should meet up w/ the commitee, 'bout the stuff that happened... If u see them, mayB you can tell them, 2... I don't have a good feel. Cheers Aiven"


Aiven
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Di 6 Jan 2015 - 20:57

Aivens Handy meldete sich und er zog es wieder aus der Tasche.

Sorryyyyyy D= I’m sitting on a bench at the campus right now. Twisted my ankle like a boss so it’s hard to walk but I’ll ask Taiyou to come get me fufufu <3
Ye, you’re right. I saw Matsuoka-san over there, I go talk to here. Shin already knows, he came up with that idea, too. Sorry to make you worry!! See you soon!


I'll be right with you!- tippte er zurück während er schon aufstand und es wieder zurück in die Tashche gleiten lies und sein Geschirr weg und machte sich dann auf den Weg.

-----> Campus
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Mi 1 Jul 2015 - 19:38

Die junge Frau saß im Speisesaal und gautschte mit ihrem Stuhl. Sie war gerade mit Essen fertig geworden und war gefühlte fünf Kg schwerer geworden. Namine war schon gegangen, also saß sie alleine am Tisch.
Lange war sie ja noch nicht hier an der Schule. Doch was heute vorgefallen war, war eindeutig nicht gut. Dennoch ließ sie sich ihrer positiven Art nicht berauben. Sie hatte gute Laune, auch wenn sie sich natürlich Gedanken machte, was mit den Mädchen passiert sein könnte.
Vielleicht war die Bruderschaft der Mutanten gekommen und hatte sie als Gefahr eingestuft oder Angeworben. Obwohl das absurd war, gefiel ihr diese Erklärung. Schließlich war dieser Grund nicht ganz so finster, wie es womöglich die Wahrheit wäre. Außerdem würden dann Charles und seine X-Men kommen und die Situation retten.
In gewisser Weise stimmte ihr Vergleich wohl sogar. Der Rektor [Professor X] suchte seine Mutanten [die Vampire] auf. Nur war sie eben nur ein Mensch, daher wusste sie davon nichts. Wobei sie das echt cool finden würde. Aber seis drum.
Nach dem Unterricht, hatte sich Avery geduscht und umgezogen. Das hieß, dass sie jetzt nicht in Schulkleidung war. Sie hatte sich eine gemütliche Hose (eine Mischung aus Schlafhose und Leggins?) angezogen, auf welcher überall das Batmanlogo in gelb/schwarz verteilt war. Ein schlichtes schwarzes Tanktop bedeckte ihren Oberkörper. Ihre lange Mähne hatte sie offen gelassen, sie fielen einfach so über den Rücken und verdeckten dadurch den Großteil ihrer Tattoos. Dafür schämte sie sich nicht, die Haare fielen aber nun mal so, wie sie halt fielen, wenn man sie offen trug.
Wohl war diese Körperkunst einer der Gründe, wegen denen sie sich mit Namine angenähert hatte. Da auch diese Tattoos hatte und sie diese Liebe eben teilten. Gemeinsamkeiten verbanden. Machten es leichter, Gesprächsthemen zu finden. Irgendwie hatte Natsu aber das Gefühl hier der einzige Marvel-Nerd zu sein. Andererseits, hatte sie bis jetzt ja auch nur einen Bruchteil der Mitschüler kennen gelernt. Das Internat war sehr groß und weitläufig. Hier war wirklich für jeden was dabei.
Ein großer Sportplatz mit Sporthalle, sogar ein Schwimmbad. Ein Pferdestahl, ein Musiksaal. Also da war wirklich für jedermanns Herzen was dabei.
Dumm nur das sie weder sportlich, noch sonderlich musikalisch war. Gut, man durfte sie nicht schlechter machen als sie war, immerhin bemühte sich Ava immer das Geigenspiel weiter zu verbessern. Das Herzblut hatte sie, ihr fehlte einfach ein bisschen das Talent.
Jetzt jedoch, war der Braunhaarigen langweilig.
Gefuttert hatte sie. Geduscht war sie auch. Ihr fehlte Unterhaltung.
Von dem ganzen Gewusel welches im Eingangsbereich bzw. Gemeinschaftsraum stattgefunden hatte, war nichts an sie ran gekommen. Hier war es verhältnismäßig ruhig gewesen. Bis auf die anderen die aßen natürlich. Sie war froh, dass es hier nicht nur klassische japanische Kost gab. Dank der internationalen Schüler und Schülerinnen schien wohl auch auf deren kulinarische Gewohnheiten eingegangen zu werden. So weit wie es eben möglich war. Jedem das Lieblingsgericht kochen ging ja nicht, das hier war ja ne Schule und kein Restaurant.
Kitty saß an einem der Fensterplätzte und blickte nach draußen.
Um die Zeit müsste der Klassenwechsel ungefähr stattfinden. Das zu diesem Ereignis die halbe, halt nein, eher mehr noch, fast die ganzen Days völlig aus zu rasten schienen, in dem sie die Night Class bejubelten und bestaunten, verstand sie ehrlich gesagt nicht. Klar, die Jungs und Mädchen dieser Eliteklasse sahen eigentlich allesamt aus wie Götter, was schon bisschen komisch war, aber mei, die waren ja au nur Menschen wie du und ich. Wie man sich so für andere Menschen begeistern konnte, verstand sie daher nicht. Beziehungsweise wie man sich so für reale Menschen begeistern konnte. Denn bei fiktiven Personen, da stand sie ja quasi in der ersten Reihe was die Fan Liebe anging. Mama Mia, was würde Avery nicht dafür geben, Hugh Jackman als Wolverine zu begegnen? Oder was würde sie dafür tun, Logan in der Animeserien-Version treffen zu können. Jaaa, da konnte sie sich nicht mal entscheiden, für wen ihr Herz höher schlug. Zum Glück musste sie sich nicht entscheiden. Wenn man fiktiven Geschöpfen nachhimmelte, war einem immerhin klar, dass sie fiktiv waren. Also, wurde eine Entscheidung auch nicht verlangt, sprich, man konnte für unendlich viele Charakter schwärmen.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Mi 8 Jul 2015 - 22:41

Yusaku hatte sich die ganze Zeit über die Ruhe in seinem Zimmer gegönnt. Er hatte dort darüber nachgedacht, dass Mädchen verschwanden und dass es in Zukunft schwierig sein würde, auf dieser Akademie zu wohnen.
Einige würden diese Schule vielleicht sogar verlassen.
Doch, wenn er selbst an Kofferpacken und Umzug dachte, meldete sich seine Faulheit und es stand außer Frage, dass er trotzdem hier bleiben würde. Nicht, dass er die Situation nicht ernst nahm, ganz im Gegenteil. Doch er persönlich empfand nicht genug Angst um sich, als dass er sich die Qual eines Umzuges antun würde.
Yusaku sorgte sich gewiss um die anderen Mädchen und er hoffte, dass sich dieser Aufruhr bald legen würde. Er dachte zwar, dass die gewöhnlichen Schultage zuvor langweilig waren, doch unter diesen Umständen wollte er niemals ein Abenteuer oder etwas Spannenderes erleben. Er fühlte sich schon beinahe schlecht für seinen Wunsch, zur Abwechslung etwas Spannendes zu erleben.
In Gedanken verloren hatte er sein Tablett zurückgetragen und sich etwas im Raum umgesehen.
Das Mädchen, nach dem er suchte, war Momentan wohl nicht im Raum, also hatte er hier nichts mehr verloren.
Auf seinem Weg nach draußen sah er ein Mädchen, das offensichtlich vor sich hinschwärmte. Etwas dergleichen sah er oft, vorallem, wenn es um die Night Class ging.
Vielleicht dachte sie ja derzeit an diese?
Jedenfalls war es nichts besonderes, Mädchen so zu sehen. Allerdings fiel ihm etwas auf und er legte etwas den Kopf schief, um sie etwas näher zu beobachten. Immerhin wollte er sich nicht irren und sie umsonst ansprechen.
"Ähm...", versuchte Yusaku die Aufmerksamkeit des Mädchens auf sich zu lenken und deutete an seine rechte Wange.
"Du hast da was", wies er sie zu direkt um noch als freundlich durchzugehen darauf hin, dass sie noch etwas von ihrem Abendessen im Gesicht hatte.
Nicht, das es ihn störte. Vielleicht fand er es amüsant, mehr aber auch nicht.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Do 9 Jul 2015 - 20:32

Für die Amerikanerin waren die letzten Wochen zwar schon aufregend gewesen – neue Schule, neues zu Hause, neue Leute, neue Stadt etc. – dennoch war sie eben jemand wo sich schnell langweilte. Und ja, das trotz der Ereignisse heute. Sie fand es natürlich nicht gut, es kümmerte sie auch und klar dachte sie auch darüber nach, wie und warum das alles passiert war und so lange Niemanden aufgefallen. Außerdem auch, ob es wohl wieder jemanden treffen würde und wie man das verhindern konnte.
Trotz dieser Umstände jedoch, glaubte sie nicht daran, selbst ins Visier zu geraten. Dafür schätzte Avery sich zu unauffällig ein. Da gab es dann auch noch einen anderen Grund.
Oft genug hatten ihre Eltern und sie darüber gescherzt, das man sie nie entführen würde, denn sie würde jeden Täter das Ohr fusselig kauen und solange zu texten, bis dieser sie freiwillig zurück bringen würde. Ein anderer Witz war gewesen, das man den Entführern Geld geben müsse, damit sie sie überhaupt erst mit nehmen.
Dies waren keine ernstgemeinten Witze und im Anbetracht der jetzigen Ereignisse und Umstände würde sie auch Niemand aussprechen.
Hier, im Speisesaal würde höchstwahrscheinlich eh keiner sich trauen, jemanden zu entwenden. Da gab es zu viele Zeugen.
Und jetzt genau in diesem Moment, war ihr einfach nicht danach, Trübsal zu blasen. Deshalb ließ sie es ganz einfach und dachte an dies und das.
Vor allem aber eben an ihren super coolen Vergleich der Night Class mit den Mutanten. Aus dem Marveluniversum faszinierten sie diese eben am Meisten. Klar Superhelden waren auch cool, das bewies alleine ihre Hose die sie trug, doch an ihren geliebten X-Men, ne da kam eben nichts dran vorbei.
Viele würden sie sicher tadeln, sie sei zu alt um noch so kindlichen Gedanken nach zu hängen, aber hey, es gab auch Vierzigjährige, die sich Hulk und Co tätowierten oder auf Conventions gingen und sich jeden Film ansahen, also dann durfte sie das auch.  
Die braunen Augen starrten unwillkürlich aus dem Fenster, wenn Ava ihren Gedanken nachhing, verlor sie fast jegliche Aufmerksamkeit und jegliches Interesse an ihre Umgebung. Selbst der Lärmpegel drängte sich in den Hintergrund und verblasste.
Yuasaku wäre ein grandioser Gedankenleser.
Durch seine Nähe, weil er eben nicht wie die anderen an weit entfernten fremden Tischen saßen, die schon glatt in fremden Galaxien lagen – das war nur ihre Einbildung – und sein ´Ähm´ schaffte er es, sie aus ihrer Gedankenträgheit zu reißen und ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
„Hmmm?“, entfuhr es ihr aber doch noch etwas verträumt. Die Äuglein blickten ihn verdutzt und neugierig an. Was wollte er denn? Dann fiel Natsu auf, das er auf seine rechte Wange deutete. Ehe er auch erklärte was diese Geste zu bedeuten hatte.
Das es wohl eher nicht ganz so höflich über seine Lippen kam, wie es sich manche wohl wünschten, entging ihr einfach. Es war egal, wie man Dinge dieser Natur ansprach, sie empfand es nur als gut und richtig, dass man es ansprach.
Freunde die einen zum Beispiel nicht darauf hinwiesen das an der Nase ein Popel hing oder eben Essensreste übers Gesicht verstreut waren, mochte sie nicht gerne. Denn es war viel peinlicher, wenn man an tausenden Leuten vorbei ging und die dumm gafften, als das jemand einfach kurz direkt sagte: Ey du hast da was.
„Oh, vielen Dank für den Hinweis“, meinte sie dann ehrlich.
Noch im selben Moment, rieb sie sich mit dem Handrücken über die angedeutete Wange.
Dann hob sie den Kopf zu dem – wow – gutaussehenden Typen und fragte: „Ist es weg?“
Leider waren das keine sexy Essensreste gewesen, wie von Schokosauce oder meinetwegen auch noch Milchreis, nein, sie hatte da Pizzasauce hin geschmiert.
Heute hatte sie sich einfach mal wieder ein paar gute Portionen Pizzastücke gegönnt. Die Stücke waren super lecker und da musste sie so genüsslich rein gehauen haben, dass man es ihrem Gesicht eben ansah und sie Spuren hinterlassen hatte.
Es war ihr nicht peinlich. Das passierte eben, war ja auch nur menschlich.
Zu Gute kam ihr wohl auch, dass sie keine Tussi war oder immer darauf bedacht, top gestylt herum zu rennen. Auch das sah man ihrem derzeitigen Look einfach an. Ungeschminkt war sie auch, einfach weil sie sich so am wohlsten fühlte.
Ave kannte den großen jungen Mann nicht, zumindest nicht per Namen. Sie meinte, ihn schon gesehen zu haben. Klassenkameraden waren sie nicht, das zumindest konnte sie ausschließen.
Ihm stand die Schuluniform ausgezeichnet, dagegen sah sie gegenwärtig aus wie ein Penner.
Wenn man ihn sich genauer ansah, würde er wohl durchaus auch in die Night Class gesteckt werden können.
Vielleicht war er ja auch ein Mutant?
Wäre man in einem Manga, wären ihre Augen bei diesem Gedanken auf gefunkelt und unglaublich groß geworden. Obgleich sie ihn nicht angaffte, sondern nur anblickte, weil sie ja auch miteinander gesprochen hatten.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   So 12 Jul 2015 - 23:50

Der Dunkelhaarige hatte das Mädchen bloß angesehen, als es sich zu ihm umwand. Glücklicherweise war er keiner der Jungs, die sofort in Jubel ausbrachen, wenn ein Mädchen sie ansah.
Dann müsste er ständig Jubeln.
Kleiner Witz am Rande.
Yusaku war einfach viel zu naiv um sich über derlei Dinge Gedanken zu machen. Einerseits naiv, andererseits selbstbewusst, weil er weiß, dass er gutaussehend war.
Der Grund, weshalb er es ihr sagte, dass sie noch etwas im Gesicht hatte, war ihm nicht bekannt. Er hatte es wohl einfach getan.
Als sich das Mädchen an die richtige Wange fasste, empfand er seine Arbeit als getan und wand den Blick von ihr ab. Dies war Yusakus Zeichen dafür, dass er den Raum verlassen würde.
Doch, gerade als er dabei war, einen Schritt zu wagen, wurde er erneut angesprochen.
Die Schülerin fragte ihn, ob es denn weg sei.
Oh.
Sie hatte keine Ahnung. Sie sah nicht das, was er sah.
Die Sauce befand sich immernoch an ihrer Wange, sie hatte sie quer über ihre Haut verteilt, obwohl es wohl nur noch halb so viel an Menge war, als zuvor.
“Nein“, meinte der ruhige Mann schlussendlich und sah sie bloß an. Er wusste nicht ganz, was er tun sollte, bis er wohl keine andere Möglichkeit sah, als in seine Hosentasche zu fassen und ein Päckchen Taschentücher hervor zu kramen.
Sein Blick haftete auf dieser Packung, die er mit einem Ruck öffnete und ein Tüchlein hervorzog. Bei seinen linken Händen war es ein Wunder gewesen, dass er nicht die gesamte Packung gezogen hatte.
Nachdem er das geschafft hatte, legten sich seine blauen Augen auf ihre Wange und er begann damit, die Sauce vorsichtig weg zu putzen.
Es dauerte nicht lange, da hatte er sie auch schon gänzlich gereinigt.
Yusaku selbst machte sich keine Gedanken darüber. Vermutlich war er zu naiv, aber er dachte sich nichts dabei, sie einfach durch das Tuch anzufassen. Wenn es ihr unangenehm gewesen wäre, hätte sie seine Hand genauso gut wegschlagen können.
Er knüllte das Tuch zusammen, sodass die Sauce keinem mehr schaden konnte und wand sich zum Gehen um, einfach so, ohne ein Wort.
Hmm… ist sie ganz alleine?, er sah sich etwas um, in er Hoffnung, ihren Begleiter oder etwas in der Art zu finden.
Doch da war niemand.
Also wand er sich wieder dem Mädchen zu.
“Bist du alleine?“, fragte er sie ruhig.
“Es ist keine so gute Idee, alleine unterwegs zu sein. Soll ich dich etwas begleiten?“
Es war ein seltsames Angebot, vorallem für jemanden wie Yusaku, der nur wenig mit Fremden interagierte. Doch unter diesen Umständen machte er nur zu gerne eine Ausnahme.
Immerhin wollte er nicht, dass noch mehr Mädchen verschwinden. Selbst, wenn es unwahrscheinlich war, dass sie mitten im Wohnheim verschwinden würde, machte er sich dennoch Sorgen.
Man wusste ja nie, was passieren konnte.
Andererseits, wer versprach ihr, dass er einer der Guten war?
Er könnte genauso dafür verantwortlich sein, wie jeder andere seiner Kollegen auch. Dieses Gefühl, niemanden vertrauen zu können, war grauenvoll.
Nun, Yusaku war von Haus aus niemand, der anderen vertraute. Aber zu wissen, dass das eigene Leben auf dem Spiel stand, wenn man dem Falschen vertraute, war etwas ganz anderes, als Angst davor zu haben, verletzt zu werden.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Mo 13 Jul 2015 - 21:08

Es war gut, dass er nicht sofort in Jubel ausbrach oder sich in Blicken badete und eingebildet umher starrte.
Zu wissen, wie man ankam, war durchaus gut. Seinen eigenen Wert zu kennen, von Vorteil.
Avery war jemand, der sich nicht als besonders auffällig empfand, deswegen bildete sie sich auch nichts auf ihr Aussehen ein. Konnte sie womöglich nicht mal. Das Gute war, Yusaku wirkte auch nicht so, als wäre er ein arroganter, blöder Arsch. Eher im Gegenteil.
Er wirkte ziemlich im Hier geblieben.
Auch sie war Niemand, der Hintergedanken hatte, wenn sie jemanden ansah. Sie betrachtete ihre Mitmenschen, manchmal starrte sie sogar. Nicht böswillig oder flirty oder irgendwas.
Und weil sie eben offen und direkt war, störte es sie auch keineswegs, ihn einfach zu fragen, ob die Sache erledigt war oder noch was da war. Denn die Braunhaarige war keins dieser Mädchen, welches ständig und überall hin, einen Schminkspiegel mit hin trug.
Im Gegenteil. Das sah man ihr ja auch an.
Rein theoretisch trug sie ja gerade einen Art Schlafanzug oder einen zu Hause Dress.
Der Blauhaarige sagte ein direktes Nein und sie blickte ihn weiter unverblümt an.
Oh Mist, dachte sie. Also hatte sie die ganze Sauce noch gar nicht erwischt. Das war blöd.
Egal wie locker sie mit ihrem Aussehen umging, diese Art von Accessoires wollte sie dann doch nicht unbedingt mit sich herum tragen.
Im nächsten Moment, blinzelte sie überrascht. Etwas ungläubig, ein bisschen überfordert.
Yusaku war so freundlich, ihr mit einem Taschentuch die restliche Sauce von der Wange zu entfernen. Dennoch überraschte sie das. Wie oft passierte das denn auch?
Wahrscheinlich hatte sie ihn zuvor angeschaut wie ein kleines Lämmchen und dadurch sein Handeln in Gang gesetzt? Also im Sinne von, sie hatte ausgesehen wie ein hilfloses Kätzchen, welches man sich annehmen musste.
Und obwohl sie die Handlung überraschte, störte es Ava nicht. Brav und geduldig ließ sie die Tutor über sich ergehen. Saß da, fast regungslos und darauf vertrauend, dass er seine Sache gut machen würde.
Für Außenstehende wäre das sicher eine spannende, lustige oder romantische Situation. Sie selbst interpretierte da gar nichts rein. Im Gegenteil, sie fand es einfach super nett, das er so freundlich war, ihr bei ihrem Problem zu helfen.
Sein Handeln verhinderte auch weitere übers Gesicht Geschmiere Aktionen, die wohl auch wieder nicht von Erfolg gekrönt worden wären.
Unwillkürlich legte sich dann ein Grinsen auf Kittys Lippen.  
Es war für sie nicht schlimm, durch ein Tuch berührt zu werden. Diese Art von Anfassen war ja auch keineswegs verwerflich oder anzüglich. Eine helfende Geste, eines ihr eigentlich noch Fremden Mannes.
Wie es schien, maß auch er dieser Sache keine große Bedeutung zu. Alles im Lot also.
Ehe sie noch etwas sagen konnte, machte er sich davon. Lächelnd sah sie ihm nach, im selben Moment wand er sich ihr jedoch wieder zu.
Nun lauschte sie dem, was der ansonsten eher ruhige Junge noch zu sagen hatte. Wieder überraschte er sie.
„Jap, ich bin alleine“, antwortete sie dann. Immerhin war das die Wahrheit. Namine war vor einer kleinen Weile gegangen und ihr war noch nicht nach Langeweile auf dem Zimmer zumute gewesen.
„Oh…also es macht mir nichts aus“, sagte sie dann ehrlich, lächelte aber noch breiter: „Aber ich würde mich freuen, wenn du mir Gesellschaft leistest.“
Eva war ein sehr ehrliches und offenes Naturell. Kein Wunder, das sie sich darüber freute, wenn jemand da bleiben wollte. Es machte viel mehr Spaß, mit jemanden zu reden, als hier alleine rum zu sitzen, nach draußen zu starren und Marvel-Gedanken nach zu hängen.
Yusaku war ihr symphytisch. Wieso oder warum, konnte sie nicht mal erklären oder benennen. Grundsätzlich waren Menschen einem aber entweder gleich symphytisch oder eben nicht. Und dieser nette Day Classler, machte einen netten Eindruck.
„Du musst natürlich nicht“, fügte sie dann noch plötzlich hinzu. Sie wollte sich ihm nicht aufdrängen, obwohl er sie ja gefragt hatte. Denn Natsu wollte nicht, das er sich etwas aufzwang oder etwas aus Pflichtgefühl oder so was machte.
Klar, heute war das Verschwinden von Mädchen aufgedeckt wurden. Da waren alle besorgter und aufmerksamer. Dennoch sollte er sich nicht für sie verantwortlich fühlen oder es als seine Pflicht ansehen, ihr Gesellschaft zu leisten.
Wahrscheinlich fühlte sie sich viel zu sicher in ihrer Haut. Ava hatte absolut nicht das Gefühl, auch auf der Abschussliste zu stehen. Dafür hielt sie sich für zu unscheinbar, zu uninteressant. Hier liefen doch viele Persönlichkeiten herum, bei denen es wohl spannender war, sie mit sich zu nehmen. Es war nicht mal Naivität, sondern einfach das Bauchgefühl, welches ihr diese Sicherheit vermittelte.
Genauso wie sie ein gutes Gefühl bei Yusaku hatte. Ihr kam noch nicht mal der Gedanke, dass er womöglich ein böser Junge sein könnte, der vielleicht sogar seine Hände bei diesen Taten mit im Spiel hatte.
Doch solange ihre inneren Alarmglocken nicht schelten, hatte sie eben ein gutes Gefühl bei ihm und vertraute diesem.
„Ah“, kam es ihr dann noch. In Amerika waren manche Dinge lockere und sie unterhielt sich viel und oft mit Leuten, bei denen sie manchmal gar nicht erfuhr, wie sie hießen. In Japan jedoch hatte sie die Erfahrung gemacht, das man sich recht schnell vorstellte, einfach aus Höflichkeit.
„Ich bin übrigens Avery Natsumi Echo, freut mich deine Bekanntschaft zu machen“, stellte sie sich dann vor. Allerdings ohne Verbeugung, sie saß ja auch immer noch.
Wenigstens konnte sie sich zusammen nehmen, ihm nicht die Hand entgegen zu strecken oder ihn gleich zu umarmen.
Tatsächlich war sie einer von der Menschensorte, die recht schnell umarmten wenn sie Bekanntschaften/Freundschaften machte.
"Und danke für eben", lächelte Natsu und deute sich auf die Wange.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Do 16 Jul 2015 - 23:26

Für viele wäre es wohl offensichtlich gewesen, dass das junge Mädchen alleine war. Doch Yusaku fragte lieber nach, bevor er voreilige Schlüsse zog. Zumal es ja auch sein konnte, dass das Mädchen jemanden erwartete.
Was ihn lieber gewesen wäre, wenn er ehrlich war. Immerhin bedeutete das, dass ein Mädchen weniger in Gefahr war.
Oder dafür zwei Mädchen ins Visier des Täters kommen konnten. Ganz gleich, was man auch tat, wie man auch auf die Mädchen aufpasste, nichts schien genug. Also war es wohl doch gut, dass der Dunkelhaarige seine Hilfe angeboten hatte.
Der Jüngere schüttelte sachte seinen Kopf, als sie meinte, dass es ihr nichts ausmachte.
“Es geht darum, dass es gefährlich ist, alleine zu sein, besonders unter diesen Umständen“, das war wohl der längste Satz, den er seit längeren wieder ausgesprochen hatte. Vielleicht würden ja noch längere folgen, wer weiß?
Vielleicht war die junge Echo ehrlich.
Doch Yusaku war ehrlicher. Das war wohl einer der Gründe, weshalb er sich nicht besonders beliebt bei anderen machte. Sein Aussehen lockte zwar andere an, doch sein Charakter verschreckte sie alle.
“Ich hätte nicht gefragt, wenn es mir etwas ausmachen würde“, Yusakus Gesichtszüge waren zart und sanft, wirkten ganz so, als wollte er ihr versichern, dass es ihn nicht störte, ob er nun bei ihr war oder nicht.
Doch gleichzeitig konnte man diese Sanftheit auch mit Desinteresse verwechseln – sehr leicht sogar. Yusaku ist ein missverstandenes Kerlchen, doch das kümmerte ihn nicht. Weil er selbst keine Ahnung hatte, wie sehr ihn die anderen missverstehen konnten.
Als sie sich vorstellte, musterten die tiefblauen Augen sie aufmerksam. Zumindest diesen Respekt wollte er ihr zollen, wenn er schon generell ein desinteressierter Mann war.
“Yusaku Masamori, freut mich“, er hingegen verbeugte sich etwas, so, wie man es ihm beigebracht hatte, zumal er dachte, dass sie älter als er war. Zumindest hatte er sie nicht in seiner Klasse gesehen und er dachte, sie bei den älteren Schülern gesehen zu haben.
“Dann nenne ich Sie Echo-senpai, ist das in Ordnung?“, ging es um Förmlichkeiten, so war er wohlerzogen, höflich und vorbildlich. Immerhin kam er ursprünglich aus reichem Hause, auch wenn dieses Haus nicht mehr so reich war, wie sein Vater das gerne hätte.
Als sich die junge Schülerin bedankte, schüttelte er bloß etwas den Kopf. Sein sanfter Blick sagte wohl etwas wie ‚Nichts zu danken‘ doch wer konnte schon ahnen, was in seinem Kopf vorging, wenn er sich nicht mit Worten äußerte?
Jedenfalls blieb er noch etwas stehen und musterte den freien Stuhl gegenüber des Mädchens.
Er war frei.
Wollte sie noch länger bleiben? Sollte er sich also setzen?
Oder war sie gerade dabei, sich auf den Weg in ihr Zimmer zu machen?
Yusaku konnte die Situation nicht abschätzen.
Um seine Unsicherheit nicht zu zeigen, setzte er sich einfach, wobei er ganz wie ein Tölpel dabei wirkte, der sich gerne an Plätze setzte, die nicht für ihn bestimmt waren.
In gewisser Hinsicht war er doch relativ naiv und tollpatschig, vorallem was Interaktionen mit Menschen betrifft.
Der Blauäugige lehnte sich zurück in den Stuhl und hatte einen Arm auf die Rückenlehne gelegt, was ihn einen lässigen und etwas herablassenden wirken ließ. Die Handbewegung, mit der er das gebrauchte Taschentuch auf den Tisch legte, konnte leicht als abschätzig bewertet werden, obwohl er sich doch lässig und entspannt bewegte.
Die Tatsache, dass er danach bloß aus einem Fenster sah, das seinen Blick gefangen hatte, ließ ihn bloß unhöflich wirken.
Doch so war er eben.
Totstill und nicht gerade umgänglich.
Der perfekte Bodyguard also.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Fr 17 Jul 2015 - 11:07

Für Avery waren die Beweggrüne von Yusaku noch ungewiss. Allgemein dachte sie nicht sonderlich viel darüber nach, warum jemand sie ansprach oder warum jemand sie womöglich mied. Sie machte sich eigentlich immer nur über Dinge Gedanken, die aktuell waren und offen im Raum standen. Sich über unnötige, unausgesprochene Sachen den Kopf zerbrechen, nein das war nicht ihre Art.
So zählte sie zu einem von wenigen Mädchen, welches wenig über Gott und die Welt philosophierte und sich Sorgen ausmalte, die überhaupt nicht von Nöten waren. Also sie war jetzt Niemand wo dachte: wenn ich das mache, was passiert dann, wenn ich das sage, welche Konsequenz.
Sie sprach, sie handelte und dann reagierte sie auf das, was sich daraus eben ergab.
Deswegen war Ava eben auch so ehrlich und direkt und manchmal fuhr sie andere mit diesen Zügen über den Mund, ohne es zu beabsichtigen. Sich verstellen oder etwas vorspielen, lag ihr aber eben nicht.
Aufmerksam betrachteten ihre braunen Augen sein Kopf schütteln und allgemein, schaute sie ihn eigentlich fast unentwegt an. Ob das unhöflich war? Naja, darüber machte sie sich keine Gedanken.
Dann hörte sie ihm zu. Ihr fiel ja nicht mal auf, dass er im Grunde nicht sehr gesprächig war. Schließlich sprach er mit ihr genug. Die Satzlänge interessierte sie dabei aber auch gar nicht.
„Oh, deswegen hast du gefragt“, erwiderte sie ohne Umschweife. „Aber ach was, für mich geht hier keine Gefahr aus.“
Wieder ein Moment, wo sie nicht wusste ob es unhöflich klang oder nicht. Wie gesagt, sie sprach und machte sich danach erst Gedanken, welche Folgen folgen würden.
Es war schön zu sehen, dass auch Masamori so gerade heraus und geradlinig war. Er verstellte sich nicht und sprach aus, was er dachte. Eine hervorragende Eigenschaft, wie sie fand.
Augenblicklich mochte sie also sowohl die äußerliche Fassette, als auch die Charakterzüge, welche er ihr bis jetzt zeigte. Im Sinne von Sympathie.
Vielleicht auch deswegen, übersah sie das er sowohl desinteressiert, als auch sanft aussah. Je nachdem, wie es jemand eben aufgenommen hätte.
Seine Antwort, brachte sie kurz zum auflachen. Auch das war nicht unhöflich gemeint. Viel mehr, stimmte es einfach, was er da sagte und weil sie sich der Absurdheit ihrer Voraussage bewusst geworden war, hatte sie als Konsequenz darauf, eben gelacht.
„Stimmt. Tut mir Leid, manchmal ist das was ich sage unnötig“, erläuterte sich die Braunhaarige ganz offen.
Manch einen hätte das wohl abgeschreckt oder irritiert. Sie jedoch, stand eben dazu. Tjaja, manchmal war sie eben blond. War dusselig oder sprach unnötige Dinge aus.
Und ja, leider wirkte sie tatsächlich auch öfters dümmer als sie war.
Jetzt nicht auf eine Paris Hilton oder Daniele Katzenberger Art, die sich oft dümmer zu stellen schienen, als sie waren. Sondern Ave war ungewollt, ungeplant und ohne Hintergedanken „dümmlich“.
Seine Namensvorstellung erwiderte sie mit einem herzlicheren und wärmeren Lächeln, als ihr Standartlächeln war.
Die Verbeugung überraschte sie ein wenig. Bei Begegnungen wie diesen, merkte sie einfach immer wieder, das sie in Amerika aufgewachsen war und nicht hier. Es war ihr immer noch fremd, obwohl sie inzwischen seit über einem Jahr in Japan lebte und zu Hause war.
Oft fühlte sie sich in diesem Land fremd. Obwohl ihre Mutter sie auch japanisch erzogen hatte, obwohl sie auch oft zu Besuchen von Verwandten hier war, obwohl sie die Sprache fließend sprach. Natsumi hatte das Gefühl, einfach wenn sie redete, ungewollt heraus zu stechen. Auch wenn sie äußerlich gesehen eben eher normal war.
Dem Mädchen war auch nicht bewusst, das Yusaku jünger war als sie. Man sah es ihm auch definitiv nicht an. Und ehrlich gesagt, sie befasste sich auch nur mit den Mitschülern intensiver, mit denen sie redete oder die sie bereits kannte.
Ab jetzt würde sie sich auch mehr mit ihm befassen, sprich mehr auf ihn achten wenn er über den Campus ging oder sonst wo, eben weil sie jetzt miteinander bekannt waren.
Das plötzliche Sie und die für ihren Geschmack viel zu höfliche Anredeweise, verdutzten und schmeichelten ihr gleichzeitig. In gewisser Hinsicht war es ihr aber auch unangenehm, so gestelzt. Die japanische Kultur, war aber nun mal so. Warum tat sie sich damit trotzdem so schwer?
Jaja, gib ruhig Amerika wieder die Schuld.
Man sah ihr an, dass sie für diesen Augenblick, überfordert zu sein schien.
Unglaublicher weise, fehlte ihr gerade die Sprache.
Noch immer verdutzt drein sehend, sah sie ihm zu, wie er sich hinsetzte.
Da.
Sie war wieder unhöflich gewesen. Hatte ihm nicht mal gebeten sich dazu zu setzen oder ihn gefragt, was er gerne machen würde.
„Ehm…also du, du musst mich nicht so förmlich anreden. Außer du bestehst darauf, weil sonst, naja nenn mich Ava, Avery oder wie du sonst willst“, brabbelte sie dann viel zu plötzlich wieder los und blickte ihn weiterhin unbedarft an. „Entschuldige das ist wahrscheinlich unhöflich. Du bist sehr gut erzogen und ich wirke hier wie der Elefant im Porzellanladen.“
Wahrlich, ihre Mutter würde sich augenblicklich für sie fremdschämen.  
Da hatte sie sich Mühe gemacht, ihren Kindern die japanische Kultur, die Sitten und Gepflogenheiten bei zu bringen - die auch immer super funktioniert hatten, während sie in Japan zu Besuch waren - aber jetzt, in Momenten wo es drauf ankam gut zu interagieren, Höflichkeiten an zu nehmen, da versagte sie auf ganzer Linie.
„Um ehrlich zu sein, ich bin in Amerika aufgewachsen, es ist für mich leider immer noch schwer, mich endlich an diese Dinge zu gewöhnen“, erklärte Avery sich ganz ehrlich.
Aus ihrem offenen, fröhlichen Lächeln, war in der Zwischenzeit ein etwas Schüchterneres geworden.
Ihre Tollpatschigkeit und Unbedarftheit in dieser Hinsicht, waren ihr irgendwie unangenehm.
Sie wäre nicht sie, wenn sie nicht wüsste, darauf zu reagieren.
„Möchtest du etwas Bestimmtes machen? Oder hast du noch Hunger auf einen Nachtisch?“, fragte sie dann offen.
Es war auch gut möglich, dass er sich nicht unterhalten wollte.
Oder das er bereits etwas zum Nachtisch hatte. Oder das er Süßes nicht mochte.
Nein halt, Niemand mochte nicht nichts Süßes.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Sa 18 Jul 2015 - 23:58

Nein, Yusaku war kein umgänglicher Mensch.
Er sagte nur das nötigste, denn schönes Gerede war nichts für ihn. Dazu war er zu einfallslos. Zumindest Leuten gegenüber, die er gerade erst kennen gelernt hatte.
Aus diesem Grund saß er einfach dort und sah aus dem Fenster.
Es hatte bereits angefangen, zu regnen und der Regen hatte wohl Yusakus ungeteilte Aufmerksamkeit.
Sein Kopf war einfach blank und es schien ihn zu entspannen, obwohl Entspannung schwer von Langeweile zu unterscheiden war.
Als das junge Mädchen wieder zu ihm sprach, trennten sich die blauen Augen träge vom Regen und er musterte sie wieder.
“Noch unhöflicher wäre es, wenn ich Sie-… oh…“, Yusaku hielt für einen Moment inne, als er sich daran erinnerte, dass sie meinte, er müsse nicht so förmlich reden.
Etwas Verunsicherung schlich sich in sein Blick als er darüber nachdachte, wie er denn sonst von ihr reden sollte.
Er war gut erzogen, für ihn waren etwas wie Namen und Anhängsel Tradition. Da er sowieso keine emotionale Verbindung zu anderen hatte, waren ihm diese Traditionen persönlich auch gleichgültig.
“… wenn ich dich mit einem Namen anrede, der dir unangenehm ist… Abery?“, ihren Namen betonte der junge Schüler bewusst als Frage, da er sich nicht sicher war, ob diese Version ihres Namens denn laut ihr besser war, als die vorherige.
Ihm war es lieber, wenn sie selbst vorgeben würde, wie er sie nennen sollte. Dann wusste er, dass er sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen würde. Dabei war dem Dunkelhaarige nicht ganz bewusst geworden, dass sie ihren Namen mit japanischen Akzent ausgesprochen hatte und statt dem v, das im Japanischen nicht existend war, ein b sagte.
Als sie ihm erklärte, dass sie in Amerika aufgewachsen war, hatte Yusaku natürlich mehr Verständnis für sie. Kulturen waren gewöhnungsbedürftig, da war es kein Wunder, dass sie noch Eingewöhnungszeit brauchte.
Obwohl es ihm eigentlich ziemlich gleich war, wenn er ehrlich war. Solange er sich nicht in seinem Stolz gekrängt fühlte, war er immer eine neutrale Persönlichkeit.
Als er das schüchterne Lächeln Averys sah, fragte er sich, ob er etwas Falsches getan hatte.
Vielleicht war er zu still?
Machte seine Anwesenheit sie nervös?
Das wäre nicht die erste seltsame Unterhaltung gewesen, die er geführt hätte. Häufig wurde er bloß so schüchtern und verzweifelt angelächelt, als würde man hoffen, dass er doch endlich etwas sagen würde.
Um ihr schüchternes Gemüt zu beruhigen, nahm er den Arm von der Rückenlehne, beugte sich etwas vor, sodass er seine Arme auf dem Tisch verschränken konnte und lächelte sie zart an.
Es war eines dieser Lächeln, von denen man nicht wusste, wie sie gemeint waren.
Ob sie dafür sorgen wollten, dass Höschen zu Boden fielen oder aber man einen älteren Bruder in ihm sieht.
Dieses sanfte Lächeln, das einem jedenfalls verriet, dass man in Yusakus Händen sicher aufgehoben ist. Ein seltener Anblick.
“Um ehrlich zu sein wäre ich auf mein Zimmer gegangen“, ein schönes Lächeln das diese harten und ehrlichen Worte nicht mildern konnte. Ganz und gar nicht. Aber es war offensichtlich, dass dieses Lächeln nicht im Zusammenhang mit diesem offenen Geständnis in Verbindung stand.
“Aber Sie könnten mir von Amerika erzählen“, sein Lächeln hielt für wenige Sekunden noch an, bis Yusaku etwas bemerkte.
So sollte er sie doch gar nicht ansprechen.
“Verzeihung… du“, obwohl er nicht mehr lächelte, war es immernoch deutlich, dass er bloß halb so kalt war, wie er tut, aber bloß halb so freundlich, wie er wirkte.
Die verwirrte Falte zwischen seinen Augenbrauen deutete darauf hin, dass er es nicht gewohnt war, andere so persönlich anzusprechen.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Mo 20 Jul 2015 - 12:17

Regen wirkte auf viele Menschen entspannend. Anders als Gewitter. Blitz und Donner, machten vielen Menschen Angst oder brachte ihnen ein Gefühl von Unwohlsein.
Bei Avery kam es drauf an, manchmal mochte sie es, manchmal fürchtete sie es.
Unter einer Voraussetzung würde sie jedes Wetter immer feiern. Wenn sie wüsste, das Storm dafür verantwortlich war und den Regen herbei beschworen hatte.
Falls Nebel auftauchen würde, sähe mein ein Grinsen auf ihren Lippen, das sich von anderen unterschied. Dann würde sie sich nämlich einbilden, das Storm die Tarnung für den Jet aktiviert hatte, um unauffällig landen zu können.
Es war schon merkwürdig, sie war eine junge Frau, die intelligent und eine gewisse Reife hatte, trotzdem gefielen ihr kindliche Gedanken wie dieser und machten einen Teil von ihr aus.
„Also Avery. Aber klar, das ist hier schwer“, antwortete sie und musste dann nachdenken. Wahrscheinlich sollte sie sich lieber schnell an den Gedanken gewöhnen, hier in Japan mit ihrem japanischen Zweitnamen Vorlieb zu nehmen. Das würde dann sicher etwas dauern, bis sie blicken würde, dass sie damit gemeint war. Man konnte sich ja aber an alles gewöhnen.
„Sonst nenn mich Natsu, das ist auch okay“, sagte sie lächelnd.
Im Grunde konnte er sie nennen, wie er wollte. Sie würde ja schon wissen, dass sie gemeint war. Ava hatte viele Spitznamen, Kosenamen oder sonstiges. Fast jeder ihrer Freunde benannte sie anders oder setzte noch irgendwelche lustigen, unnötigen Dinge dran.
Wüsste sie, das er sehr aufmerksam war und auch darüber nachdachte, warum sie z.B. schüchterner lächelte, als zuvor, würde sie ihm gleich die Sorge nehmen, zu still zu sein.
Eigentlich war es ganz gut so, wie es war. Sie konnte gerne und viel reden und er schien der perfekte Zuhörer zu sein. Gleichzeitig konnte auch sie manchmal ganz still sein.
Es kam halt drauf an, ob sie was zu sagen hatte oder ob nicht. Meistens konnte Ave immer irgendwas dazu sagen und blieb eher weniger oft ruhig.
In Amerika war das auch gut so gewesen. Die Braunhaarige war die gewesen, die ihre Freunde anspornte und zum Lachen brachte. Diejenige, die auch die ruhigen, schüchternen integrieren konnte ohne dass sie sich unwohl fühlten. Eine ihrer besten Freundinnen war eher ruhig gewesen, brauchte bei jedem Treffen mit Freunden wieder einige Zeit, bis sie auch lockerer und offener wurde. Avery konnte manche Menschen mit ihrer offenen, warmherzigen Ader anstecken. Es kam aber immer auf denjenigen selbst an.
Weil sie nicht bemerkt hatte, das sie ihn mit ihrem kurzen Augenblick der Schüchternheit dazu brachte, sich jetzt etwas anders zu verhalten, staunte sie nicht schlecht, als er sich vorbeugte und dann ein Lächeln lächelte, das alles und nichts sagen konnte.
Kurz war sie wirklich verdutzt und einordnen konnte sie es auch nicht. Sie hielt ihn nicht für einen Womanizer, aber auch nicht für einen Apostel der Unschuld.
Stadtessen entschloss sie sich, es als Geschenk zu sehen und es als freundliche Mimik seinerseits an zu nehmen.
Zu viel auf alles einbilden, war schließlich auch überbewertet.
Wenn er so anders tickte, als er auf den ersten Blick wirkte, konnte er ihr das ja auch noch im Laufe des Gesprächs beweisen. Wie sie dann damit umgehen würde, wenn er ihr beispielsweise nur an die Wäsche wollte, wusste sie noch nicht. Das kam auf die Situation an und würde dann dabei entschieden.
Es brachte ihr aber mehr Wohlgefühl ein, als sie ihn Lächeln sah.
Und obwohl das Lächeln seine ehrliche, direkte Antwort nicht milderte, entlockte sie ihr wieder ein breiteres Lächeln.
Tja, da hatte sie einen ehrlichen Gesprächspartner und das mochte sie. Gleichzeitig war es amüsant, dass er wirklich ohne Scheu das aussprach. Manche Leute würden wohl tadelnd sagen, so etwas sagt man nicht, das ist unhöflich, zum Schein muss man nicht immer alles aussprechen.
Zu diesen Leuten zählte Natsumi allerdings nicht. Ehrlichkeit, Direktheit, das waren Dinge die sie an ihrem Gegenüber schätze, denn man wusste, woran man war.
Es amüsierte sie auch – amüsieren auf eine positive Art gemeint – das Yusaku sich noch etwas schwer mit dem Du statt Sie tat. Verständlich, denn er schien wirklich gut erzogen zu sein.
„Falls es dir schwer fällt, kannst du auch erst mal beim Sie bleiben. Wie es dir lieber ist“, das sie selbst unbekümmert beim du blieb, sollte man ihr nachsehen. Sie meinte das nicht unhöflich, sondern sie kannte es so. Gleichaltrige duzte man, etwas ältere Siezen. Wobei sie ihn auch mit du angesprochen hätte, wenn er zwanzig wäre. Das Sie trat erst bei etwas Älteren oder höher gestellten Leuten auf, wie Lehrern, Verkäufern, Eltern von Freunden etc.
„Gibt es etwas bestimmtes was dich interessiert Yusaku-kun?“, fragte sie dann nach. Bevor sie von irgendetwas erzählte, was er gar nicht spannend finden würde, erkundigte sie sich eben lieber, ob es etwas gab, was ihn zu wissen reizte.
Gleichzeitig konnte sie mit dieser Frage auch feststellen ob es okay so war, wie sie ihn ansprach. Denn würde es ihn stören, zumindest schätzte sie ihn so ein, dann würde er ihr das ganz direkt mitteilen.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Mi 22 Jul 2015 - 20:18

<-- Eingangsbereich mit Hotaru

Dinge aus zu sprechen, machte ohnehin einiges einfacher. Man hörte meistens die echten Emotionen heraus und sah, dass man manchmal falsch lag oder sich täuschen ließ. Genauso, konnte man Überraschungen erleben, welche sich hinter manchen Verhalten oder Fassaden befand. Außerdem war es leichter, als zum Beispiel mit einander zu schreiben. Der Schrift einer SMS oder eines Chatverlaufs, sah man schließlich die Emotion dahinter nicht an. Man konnte Smiles machen, obwohl man weinte oder kochend vor Wut war. Genauso konnte man aber auch unfreundlich wirken, weil man einfach kein Freund von diesen abertausenden Emotions-Dingern war. Es war kompliziert.
Reden dagegen war so einfach.
Sofort spürte man, was der Gegenüber einem mitteilte und konnte gleich aufrichtig darauf reagieren. Denn es blieb nur wenig Zeit, in einem Gespräch Angesicht zu Angesicht, vorher Lügen zurecht zu legen.
Wobei man bei Freunden ohnehin immer ehrlich sein sollte. Ehrlich wert am Längsten.
Zum Glück war Akuma jemand, dem reden nicht schwer fiel. Er stand zu seinen Gefühlen und Gedanken, zu mancher Leute Leidwesen, einfach viel zu offen. Nicht jeder kam mit seiner Gradlinigkeit zurecht. Nicht jeder mochte, dass er so ein aufgeregtes Huhn sein konnte.
Hotaru war für ihn ohnehin sehr wichtig. Nicht nur, weil sie es schaffte ihn, trotz eher ruhigen Ader zum Lachen zu bringen, sondern einfach weil sie ein Ruhepol war. Bei ihr fühlte er sich wohl – da durfte er sowohl aufgeweckt und nervig wie ein bockiges, kleines Kind sein, genauso wie er den großen Bruder mimen durfte ohne sich Vorwürfe anhören zu müssen. Tjaja, sie nahm ihn an wie er war, was nicht jeder schaffte.
Wüsste er es nicht besser, würde er sich glatt wundern, wie er es selbst jeden Tag mit sich aushielt.
Ach Halt, da gabs doch die Tatsache das er toll war. Ja, er war toll, auf eine verdrehte Art und Weise.
Ach ja und er war selbstbewusst wie eh und je.
Guter Kerl halt.
Seiner doch auch vernünftigen und ernsten Seite entging nicht, dass sich ihr zartes, fröhlicheres Gesicht, umwandte. Akuma hoffte, dass sie nicht dachte, dass er sie angelogen hatte oder das sie sogar noch schlimmeres von ihm dachte. Er wollte nur nicht, dass sie sich unnötige Sorgen um ihn machte. In Zeiten wie diesen, war Kummer nichts, was ihr stand. Wollte er sie doch ablenken und dafür sorgen dass sie unbekümmerte, gute Laune haben konnte. Ihr Blick ließ ihn unwillkürlich ein schlechtes Gewissen bekommen.
Glücklicherweise schien sie schnell wieder sorgenfreier zu sein. Das warme Lächeln, welches er so an ihr mochte, kehrte wieder zurück.
Dankend nahm er seine Jacke zurück, wobei es ihn auch nicht gestört hätte, wenn sie sie noch ein bisschen behalten hätte. Hier drinnen war es warm, hier froh er schließlich nicht. Das gleiche galt wohl aber auch für das Glühwürmchen, sonst hätte sie die Jacke sicher noch anbehalten. Immerhin kannte sie ihn ja gut genug, um zu wissen, dass es ihm nichts ausmachte.
Das mit dem charmanten gegenseitig die Türe öffnen und dabei freundlich zu danken, schien fast zu einer Art Spiel zwischen den Beiden zu werden. Mal du, mal ich und immer im Wechsel. Beide waren dabei höflich wie eh und je, war fast schon lustig zu sehen, dass es so etwas bei Freunden auch noch geben konnte und nicht alles schweigend hingenommen wurde.
Kurz nach dem sie den Speisesaal betreten hatten, konnte sich Rei nicht zurück halten und patete den Kopf von seiner kleineren Begleiterin. Ehe sie etwas sagen hätte können, lag sein Gesicht in ehrlichen Gesichtszügen die eine Entschuldigung hießen. „Das mit dem Immunsystem sollte mehr als Witz gemeint sein. Natürlich bin ich anfälliger als andere, aber ich war schon lange nicht mehr krank“, erklärte er sich dann. Er dachte zwar, dass es für Hotaru schon keine Rolle mehr spielte, aber ihn hatte es eben noch beschäftigt und er wollte das aussprechen, was er gedacht hatte. Sein schlechtes Gewissen besänftigen, in dem er ehrlich zu ihr war.
Es stimmte. Aku hatte häufiger Erkältungen und ähnliches, als andere gehabt. Die Ärzte schrieben das seinem Gen-Defekt zu, als Kind war es schlimmer gewesen. Seit er in die Pubertät gekommen war, hatte es sich allerdings gebessert.
Nach seiner kurzen Kopf-Touch-Pause, schritt er dann wiederrum weiter Richtung Nachtischtheke.
Erstaunlicherweise, begrüßte ihn die Frau hinter dieser, mit einem charmanten Lächeln und erkundigte sich – seinen Namen kennend – dass sie sich gewundert hatte, dass er zuvor ohne Nachtisch raus gegangen war.
War es traurig, das die netten Damen der Kantine ihn beim Vornamen nannten und so gut kannten, dass sie wussten, dass er sie für ihre Süßigkeiten liebte?
NEEEEIN!
Das war natürlich mega super duper ultrakras Cool!
Okay?!
Ein freudiges Lachen, war seine Antwort. Ehe er mit funkelnden Augen die Auswahl betrachtete und nicht wusste wo er anfangen und wieder aufhören sollte.
„Ho-chan, was lacht dich am meisten an?“, fragte er nach ohne seinen Blick von den Köstlichkeiten abwenden zu können.
Man konnte ihn sich gerade wohl als sabberndes Hündchen vorstellen, welcher in seinem Blick Liebe und Begeisterung zeigte und zusätzlich mega happy mit dem Schwanz wedelte und auf den Hinterbeinen stand um die Leckereien begutachten zu können.


Hotaru – Akuma
Yusaku – Avery
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Do 23 Jul 2015 - 12:05

Hätte Avery ihre Gedanken über Strom und dem Ganzen laut ausgesprochen, hätte Yusaku sie wohl bloß angesehen und ein paarmal geblinzelt.
Er hätte nicht viel verstanden, einfach, weil ihm diese Art zu denken nicht stand. Der Dunkelhaarige war ein relativ bodenständiger Kerl, daher war er wohl nicht so der Träumer, auch, wenn er durchaus träumen kann.
Als sie meinte, dass es ‚schwer‘ sei, legte er etwas den Kopf zur Seite und musterte sie verwirrt.
Machte sie sich über seine Aussprache lustig?
Vielleicht sollte er dann absichtlich seinen japanischen Akzent großzügig einsetzen?
Wie ein stures Kind beschloss er, ihr Angebot abzulehnen und sie nicht Natsu zu nennen. Dieser Name wäre eindeutig einfacher auszusprechen, allerdings hatte sie sich mit Avery vorgestellt und Avery würde er sie nennen.
Und dabei würde er sie mit dem Akzent quälen.
Yusaku war deshalb nicht wütend oder dergleichen, er wollte einfach nicht, dass man ihm einen Gefallen tat bloß, weil er an die Aussprache ausländischer Namen nicht gewohnt war. Das war dasselbe wie ihm zu sagen, dass er sich ruhig das leichtere von beiden aussuchen sollte, weil er nicht das Zeug dazu hat, das schwierigere auszusprechen.
Welchen Effekt sein Lächeln auf andere hatte, wusste er nicht genau. Jedenfalls hatte er nicht vor, irgendjemandem an die Wäsche zu gehen. Wozu würde das denn auch in dieser Situation führen?
Als sie meinte, er könne ruhig beim Sie bleiben, nickte er sanft. Insgeheim war er froh darüber. Mit Gewalt aus seiner Schale gezogen zu werden, war nichts für ihn. Dinge mussten in seinem Tempo laufen, damit er Zeit hatte, sich zu orientieren.
“Hm…“, meinte Yusaku murmelnd, als sie ihn fragte, was er denn wissen möchte. Eigentlich war er nicht jemand, der von fernen Ländern träumte.
Er fühlte sich zuhause ganz wohl.
“Vielleicht weniger über Amerika… sondern eher über Sie…“, meinte er nachdenklich. Yusaku versuchte sich in Averys Situation zu versetzen. Wie fühlte man sich als jemanden, der in ein neues Lang kommt?
“Ich bin überrascht, dass Sie unsere Sprache so gut beherrschen. Japanisch soll eine schwere Sprache sein…“, während er diese Worte sprach, war es nicht ganz klar, ob es ein Lob sein sollte.
Als er allerdings wieder sein typisches, sanftes Lächeln lächelte wurde es eindeutig zu einem Lob.
“Erfordert es nicht eine Menge an Mut in ein fremdes Land zu ziehen und dort zur Schule zu gehen? Darf ich fragen, aus welchem Grund Sie sich diesen Stress antun?“, dies interessierte ihn tatsächlich, was man auch daran sah, dass er damit begann, mehr zu sprechen.
Eigentlich interessierte er sich ja nicht für andere, doch das Zwischenmenschliche und die Emotionen in bestimmten Situationen waren ja doch etwas ganz interessantes.
“Sie sind doch auch ganz alleine, nicht wahr?“, sein Lächeln wäre bei diesem Satz ziemlich seltsam angekommen, daher wurde sein Gesicht wieder neutral, während er diese Worte sprach.
Es wären wohl weitere Fragen über seine Lippen gekommen, wäre er nicht von einem kleinen Niesen unterbrochen worden.
Yusaku versuchte es zu unterdrücken, doch das Kitzeln in seiner Nase wurde schlussendlich dann doch zur Qual und alles, das er noch tun konnte war, sein Niesen so leise wie nur möglich erklingen zu lassen.
“Verzeihung“, der junge Masamori schniefte etwas und rieb sich die rote Nase. Hatte er sich denn erkältet?
War er auf Avery allergisch?
Ehe er sich darüber Gedanken machen konnte, nieste er erneut.
“Vielleicht sollte ich doch lieber gehen“, er wollte das junge Mädchen nicht anstecken. Oder sonst jemanden. Daher dachte er, wäre es besser, wenn er sich ins Bett legen würde und seine beinahe-Erkältung so rasch wie möglich auskurieren würde.
Jedoch kam es tatsächlich so rüber, als suche er bloß eine Ausrede, um sich auf sein Zimmer begehen zu können.
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Fr 24 Jul 2015 - 19:20

Ein Glück war es wohl, das sie selbst wusste, dass diese Gedanken albern waren. Selbstverständlich wusste sie auch, dass das Marvel-Universum eben Since-Fiction war. Trotzdem behielt sie sich eben auch kindliche Denkweisen wie diese ganz gerne.
Es wäre ja auch langweilig, alles mit Logik und Vernunft zu betrachten. Das Leben war von alleine schon trist und grau genug, da musste sie dieses nicht noch zu füttern.
Und es war auch definitiv nicht Averys Absicht sich über ihn lustig zu machen. Tatsächlich gehörte das zu einen der wenigen Dinge, die sie bewusst sehr selten tat. Also bei Fremden. Freunde und ihren Partner zog sie gerne auf, aber ohne es böse zu meinen. Bei Fremden oder Mitschülern versuchte sie, diese Fettnäpfchen zu vermeiden, da sie nicht missverstanden werden wollte oder ungewollt die Gefühle ihres Gegenübers verletzten. Denn bei ihren Freunden, kannte sie die Grenzen und wusste in wie weit sie Witze machen durfte, ohne dass diese es ihr krumm nahmen.
Weil ihr das Fettnäpfchen in welches sie getreten war, leider gar nicht bewusst war, bemerkte sie auch nicht, dass es Yusaku eventuell falsch aufgenommen hatte.
Genauso wenig, wie sie es ihm nicht zutraute oder ihn unterschätzte. Für solche Verurteilungen kannte sie ihn einfach noch viel zu wenig. Grundsätzlich war die Braunhaarige immer sehr offen für jegliche Charaktere, gab immer mehr als eine Chance und urteilte dann erst nach eingehender Analyse ob es charakterlich passte oder ob nicht. Nur wenige Menschen waren ihr auf den ersten Blick unsympathisch und wohl noch weniger, steckte sie gleich in Schubladen oder fühlte sich in deren Gegenwart unwohl. Eigentlich war sie wohl eine Person, die geneigt war jeden mit all seinen Macken an zu nehmen. Sie war aber auch kein Engel, darum gab es eben auch Leute, die sie einfach nicht leiden konnte.
Der Blauhaarige jedoch, schlug sich gut. Denn Ava hatte ihn nicht abgestempelt oder empfand ein komisches Gefühl bei seiner Gegenwart. Bis jetzt machte er einen positiven Eindruck auf sie.
Gut, es war auch schwer, bei ihr gleich unten durch zu sein.
Für die Halbjapanerin war es absolut in Ordnung, erst mal den Gepflogenheiten dieses Landes weiterhin zu entsprechen. Er kam ihr ja auf halben Wege entgegen. Schließlich war es auch nicht üblich sich beim kennen lernen gleich mit dem Vornamen an zu reden, das er ihr diesen Gefallen jedoch bereits tat, erleichterte sie. In Amerika hatte sie nie viel Tamtam um das Ansprechen gehabt. Wen man mochte, den duzte man und gab ihm einen passenden Spitznamen. Kein Wunder, das sie bei einigen Freunden, einige verschiedene Kosenamen gehabt hatte. Wobei sich Ava und Kitty eingebürgert hatten.
Beim Thema reisen, schienen sie sich grundliegend zu unterscheiden.
Obwohl sich Avery zu Hause auch am aller wohlsten fühlte, sehnte sie sich nach fremden Orten. Freute sich, anderen Kulturen zu begegnen und dazu zu lernen. Sie mochte es auch, Abenteuer zu erleben. Am liebsten würde sie lieber heute als morgen um die ganze Welt reisen und wenn es möglich wäre sogar auf den Mond und alle anderen Planeten. Nach Hause würde sie immer wieder zurückkehren, um über all ihre Erlebnisse zu berichten und einfach das Gefühl von zu Hause zu haben. Leider war reisen teuer, leider war sie noch Schülerin, leider würde das alles noch lange auf sich warten lassen, falls sie sich ihre Träumereien überhaupt je erfüllen können würde.
Ihr Vater war zwar wohlverdienend und ihr war es nie schlecht gegangen, geschweige denn hatte es ihr an irgendwas gemangelt, aber sie war kein Kind wo sich alles in den Hintern schieben ließ. Ave wollte selbst Dinge erreichen. Und nicht ein Leben lang sponsered by Mom&Dad auf der Stirn stehen haben. Nicht das sie was gegen solche Leute hatte, aber es wäre einfach nicht ihre Art, glücklich und zufrieden zu sein.
Bevor Yusaku ihr antwortete, nahm sie einen Schluck aus ihrer Coca Cola Dose. Wohl ein Überbleibsel aus Amerika, denn sie liebte diese süße Getränk.
Seine Frage überraschte sie dann kurz, freute sie aber gleichzeitig.
Über sich selbst zu reden war irgendwie leichter, wie über ein Land. Andererseits fiel ihr das auch irgendwie schwer. Zum Glück wollte er keine Selbstbeschreibung, darin war sie nämlich nicht sehr gut, aber die Frage die er dran hing, war für sie kein Problem.
Das Kompliment welches er ihr machte, indem er sie lobte, entlockte ihr ein sehr fröhliches, dankendes Grinsen.
Und wiederrum schaffte er es, sie zu überraschen. Er war redselig, das fand sie gut. Obwohl sie es sonst meistens war, die die Gespräche am Leben hielt, weil sie es schaffte, über Belangloses zu reden ohne Punkt und Komma. Ein Talent welches ihre Freunde gleichermaßen schätzten, wie nervig empfanden. Darum versuchte sie auch, nicht immer ausschweifend zu sein und ihre Zunge zu zügeln.
„Danke. Mein persönlicher Vorteil ist es wohl, dass meine Mutter Japanerin ist und großen Wert darauf gelegt hat, dass wir Kinder auch ihre Sprache sprechen. Daher bin ich von Anfang an, zweisprachig aufgewachsen. Dafür bin ich heute sehr dankbar. Ich weiß, man sieht mir meine japanischen Wurzeln nicht unbedingt an“, erklärte sie sich dann. Es stimmte. Ihre Augen waren nicht asiatisch und auch sonst, entsprachen eigentlich nur ihre Haare und ihre Körpergröße den bekannten Klischees. Ihre Hautfarbe war von natura aus, zwar heller und entsprach dadurch das asiatische Schönheitsideal, durch ihre lange Zeit in Amerika jedoch, hatte sich die Haut an Sonne gewöhnt. Gut, sie war jetzt nie knackig braun gewesen, aber hatte stets ein gesundes, dunkleres Hautbild, als Asiaten. Eigentlich ein Witz, in Amerika war sie aufgefallen, weil sie zu blass war und in Japan fiel sie auf, weil sie zu dunkel war. That´s life.
„Also es war ehrlich gesagt schon eine Umgewöhnung. Wir sind zwar fast jedes Jahr in den Ferien zum Urlaub her gefahren, das ist aber nicht das Gleiche, wie hier zu leben. Man merkt mir ja an, das ich eben nicht in Japan aufgewachsen bin, obwohl meine Mom stets bemüht war, mir alle Sitten und Gepflogenheiten nahe zu bringen. Wenigstens schlag ich mich besser als mein Bruder“, beim letzten Satz legte sich ein liebevolles Lächeln auf ihre Lippen. Sie und ihr Bruder neckten sich viel, obwohl sie sich nicht oft sahen, war er ihr eben sehr wichtig.
„Die Firma in der mein Vater schon seit Ewigkeiten arbeitet, hat hier nach Japan expandiert und auch weil meine Mom sich nach ihrer Heimat sehnte und wir Kinder ja groß genug waren, entschloss er sich die ihm hier angebotene Stelle an zu nehmen. Glücklicherweise lebt auch der Großteil meiner Verwandten seitens meiner Mom, in Tokio. Darum war es gar nicht so schwer, sich hier auch heimisch zu fühlen“, erklärte sie weiter und beantwortete die Frage, warum sie in ein fremdes Land gezogen war.
Während sie kurz pausierte, faltete sie die Hände zusammen und stützte ihre Ellbogen auf dem Tisch ab und legte ihren Kopf auf.
„Ehrlich gesagt war es seltsam, mein zu Hause, meine Freunde und meinen Freund, naja Exfreund hinter mir zu lassen. Trotzdem wollte ich bei meiner Familie bleiben. Weil es wohl aber irgendwann einfach Zeit wird, quasi pflücke zu werden, hab ich mich entschlossen, auf dieses Internat zu gehen. Ich muss ja auch an meine Zukunft denken und meinen Weg gehen“, sprach sie weiter.
Ihr kam ja auch zu Gute, das sie schnell Anschluss fand, weil sie eben offen und freundlich auf ihre Mitmenschen zuging.
Ein weiterer Grund, warum der Umzug wohl gut für sie war, war die Tatsache dass die Beziehung mit Magnus daran zu Bruch gegangen war. Ehrlich gesagt, hatte Ave öfters mit ihm Schluss gemacht, es aber nie lange durch ziehen können, weil ihr Herz sich nach ihm gesehnt hatte. Was er ihr jedoch vermehrt angetan und womit er nie aufgehört hatte, verdiente ihre Loyalität absolut nicht.
Bei seiner nächsten Frage, blickte sie ihn wieder ganz direkt an.
„Wie genau meinst du das Yusaku-kun?“, erkundigte sie sich, weil sie es einfach nicht richtig deuten konnte.
Meinte er sie war hier alleine? Oder alleine in dieses Land gekommen? Oder machte sie einen einsamen, verlorenen Eindruck auf ihn?
Bevor sie etwas falsch verstand, fragte sie eben einfach nach. So war sie eben.
Ehe das Gespräch weiter vertieft werden konnte, unterbrach ein Niesen das Treiben.
"Gesundheit“, meinte sie höflich. Eigentlich zählte es ja mittlerweile als unhöflich darauf zu reagieren, dennoch war sie noch altmodisch erzogen worden und konnte sich diese Reaktion einfach nicht mehr abgewöhnen.
Ein witziger Gedanke, konnte man auf andere Menschen allergisch sein?
Parfüm oder sowas konnte es nicht sein, denn das trug sie nicht.
Prompt folgte ein weiteres Niesen.
Intuitiv suchte sie ihre Schlafhosentaschen nach Taschentüchern ab, leider hatte sie gar keine dabei. Aber halt, er hatte ihr vorher welche gereicht, er hatte ja selbst welche. Gut.
Sein Vorschlag zu gehen, kam für sie abrupt. Lag wohl auch daran, dass sie keine Gedanken hatte, warum er genießt hatte. Darum kam sie auch nicht drauf, dass er womöglich erkältet war oder es anfing, heraus zu brechen.
Wie gesagt, Natsumi war jemand, der sich erst dann Gedanken um Situationen etc. machte, wenn diese eintrafen.
Trotzdem etwas besorgt, weil sie die gerötete Nase entdeckte und das Niesen plötzlich und unerwartet gekommen war, fragte sie nach: „Möchtest du vielleicht einen Tee?“
Laut ihrer Mutter war Tee eine Wunderwaffe. Egal was sie gehabt hatte, sie hatte immer einen Tee bekommen. Richtig an deren Wirkung glaubte sie nicht, aber wenn Mama darauf schwörte, musste es sein Wirken wohl haben.
„Oder soll ich dich auf dein Zimmer begleiten?“, machte sie einen weiteren Vorschlag.
Naja, sie wusste ja nicht was er hatte, ob er sich unwohl oder schwach fühlte. Nachher fiel er noch auf den Treppen um. Dann stellte sich eigentlich nur die Frage ob sie ihm überhaupt eine Hilfe wäre.
Darüber würde sie sich aber eben erst Gedanken machen, wenn es soweit wäre.


Yusaku - Avery
Hotaru - Akuma
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Di 28 Jul 2015 - 14:41

<< Eingangsbereich mit Akuma

Ein sanftes Tätscheln ließ sie verwundert den Kopf etwas heben. Fragend blickte sie durch das Glas ihrer Brille zu dem großgewachsenen Kerl, der sich sogleich erklärte. Ihre Reaktion auf seine ruhigen Worte war ein Stirnrunzeln, auf das ein warmes Lächeln folgte.
Es stimmte, dass ihr das schon gar nicht mehr wichtig war. Sie war nicht beleidigt, oder fühlte sich von ihm auf irgendeine Weise betrogen, weil er sich vorhin so stark und unverwundbar gegeben hatte. Selbst, wenn er dazu nichts mehr hinzuzufügen gehabt hätte, wäre ihrerseits alles in Ordnung gewesen. Doch weil er es getan hatte und Missverständnisse aus der Welt schaffte, ohne, dass sie wirklich da gewesen waren, rechnete sie es ihm hoch an. Es zeigte schließlich nur, dass er sich Gedanken darum machte, wie ihn andere auffassten und wahrnahmen und ob sie ihn richtig verstanden. Dagegen gab es nichts, das sie hätte sagen können, außer, dass es voll und ganz in Ordnung war.
"Ich weiß. Ich wollte nur nicht, dass sich heute etwas daran ändert.", meinte sie dann nur. Da konnte sein Immunsystem noch so gut sein und er konnte noch so lange nicht krank gewesen sein. Wenn es regnete und kalt war, sollten sie lieber dort bleiben, wo es warm und sicher war. Sie wollte das Risiko nicht eingehen und sich vor ihr mutiger und unbezwingbarer zu verhalten, als man war, war nicht nötig. Gerade Hotaru gegenüber.
Zufrieden ging sie an seiner Seite weiter, bis er von den netten Damen begrüßt worden war.
Nein, sie wunderte es auch nicht, dass man ihn hier schon beim Namen kannte. Er war ein offener Kerl. Es hätte sie eher gewundert, warum ihn denn noch nicht alle beim Namen kannten!
Über sein fröhliches Verhalten schmunzelnd, musterte auch das junge Mädchen die Leckereien hinter Scheibe, bevor sie sich ein Tablett für sie beide schnappte.
Als Akuma sie dann auch noch danach fragte, was sie denn wollen würde, wandte sie sich höflich an die Dame, die ebenfalls auf eine Antwort zu warten schien: "Würden Sie mir den Käsekuchen reichen, bitte?"
Höflich war sie gewesen und ebenso höflich bedankte sie sich bei der Frau, als sie Hotaru den Teller reichte. Ihn auf dem Tablett abstellend sah sie kurz wieder zu Akuma, bevor sie die Süßigkeiten noch ein wenig länger ansah und sich überlegte, was sie sich später denn noch holen würde.  

Yusaku - Avery
Akuma - Hotaru
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Mi 29 Jul 2015 - 10:58

Als das junge Mädchen von sich zu erzählen begann, nahm er eine interessiertere Körperhaltung ein. Immerhin hatte er auch nach Informationen gefragt, also durfte er nicht den Eindruck erwecken, als würden ihn diese Informationen gar nicht interessieren.
Als sie meinte, dass sie Halbjapanerin war, zuckten seine Augenbrauen flüchtig überrascht. Das sah man ihr nun wirklich nicht an. Yusaku hätte ihr sofort geglaubt, hätte sie behauptet, sie wäre bloß aus Amerika hierhergezogen. Dass sie bereits japanische Wurzeln hatte, war ihm nicht aufgefallen.
Der Dunkelhaarige hörte ihr aufmerksam zu, nickte ab und an, um ihr zu deuten, dass er ihr auch gedanklich folgen konnte. Er hörte ihr sogar so aufmerksam zu, dass er nicht merkte, wie mehrere Schüler, darunter Akuma und Hotaru, die man glatt für ein Pärchen halten konnte, den Saal betraten.
Dass Leute wegen Jobs umzogen, kam nun häufiger vor. Vielleicht hatte er sich etwas Spannenderes erwartet, jedenfalls hatte er dieses Thema zu Beginn etwas spannender gefunden.
Der junge Schüler wurde gefragt, was er denn damit gemeint hatte, als er meinte, dass sie alleine war.
Da er dachte, sie hatte dies als dämliche Aussage empfunden, wand er bloß etwas beschämt den Blick von ihr ab und murmelte ein kleines “Unwichtig“.
Yusaku hoffte, dass Avery ihn nicht erneut darauf ansprechen würde. Denn er hätte nicht gewusst, was er darauf hätte erwidern sollen. Daher beließ er es dabei.
Es kam nicht oft vor, dass er schüchtern war, doch es war auch keine so große Seltenheit wie man es vermuten mochte.
Als sie auf sein Niesen mit einem ‚Gesundheit‘ reagierte, legte er den Kopf etwas verwirrt zur Seite. Dies war tatsächlich eine ungewöhnliche Geste in Japan, es gab auch gar kein Wort dafür im Japanischen. Doch, sie war ja Halbamerikanerin. In Amerika sagte man es also anscheinend.
Ob sie es dann von ihm ebenso erwartete?
Jedenfalls wusste Yusaku nicht, wie er darauf reagieren sollte, also ließ er es. Eigentlich wirkte es generell weniger wie ein Gespräch und mehr wie ein Vortrag. Doch auf sowas musste man sich eben einstellen, wenn man mit dem jungen Masamori sprach.
Insgeheim war er froh darüber gewesen, dass sie den Vorschlag machte, ihn auf sein Zimmer zu bringen. Auch, wenn Yusaku eher daran gedacht hatte, Avery in ihr Zimmer zu bringen. Immerhin wusste man ja nie.
Vielleicht war er diesbezüglich einfach zu überfürsorglich. Aber auch solche Menschen musste es geben.
"Ich denke, ich gehe in mein Zimmer", nickte er dann zustimmend und stand nach und nach von seinem Stuhl auf.
"Aber ich werde Sie auf Ihr Zimmer bringen, wenn das Recht ist. Ich weiß Ihre Fürsorge trotzdem zu schätzen, danke", da war wieder dieses charmante und sanfte Lächeln, das das Blau seiner tiefgründigen Augen zum Funkeln brachte.
Er sah sie an, als wäre sie der kostbarste Mensch auf Gottes Erden. Man hätte sich dadurch tatsächlich geschmeichelt fühlen können, wenn er nicht alles und jeden früher oder später so ansehen würde.
Denn eigentlich tat er es meistens eher unbewusst, als bewusst. Was nicht heißt, dass er sich dieses Lächelns nicht bewusst ist und es auch nicht zu manipulativen Zwecken einsetzt.
"Also...", begann Yusaku schlussendlich doch, während er den Stuhl mit einer Hand vorsichtig unter den Tisch schob. Es wikrkte vielleicht nicht so, doch er machte sich tatsächlich einige wenige Gedanken über das, was sie gesagt hatte.
"Sind Sie bloß mit ihrer Familie hergezogen... und Ihr Bruder besucht nicht diese Schule?", wenn man ganz genau aufgepasst hatte, konnte man die Puzzelteile zusammenfügen und ganz klar sagen, dass seine Aussage bezüglich ihrer Einsamkeit mit diesem Satz begründet wurde.
"Außerdem sind Sie besonders ehrlich... ich habe in den wenigen Minuten mehr über Sie erfahren, als über andere, mit denen ich bereits seit Wochen rede", Yusaku sah sie nicht direkt an, sah bloß mit neutralem Gesicht auf den Stuhl. Nicht, dass es ihn störte.
"Bei mir spielt das keine Rolle. Aber passen Sie in Zukunft bitte auf, wem Sie was erzählen", vielleicht sollte Yusaku aber auch in Zukunft aufpassen, wem er welche Befehle erteilt?
Andererseits konnte Avery auch nicht genau wissen, ob dies bei Yusaku nun 'eine Rolle spielte' oder nicht. Sie kannten sich nicht.
Sie wusste nicht, welche Art von Mensch er war.
Hätte sie ihn offen gefragt, hätte er wohl etwas wie 'Ein Schlechterer, als Sie glauben möchten' geantwortet.



Avery - Yusaku
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Do 30 Jul 2015 - 16:14

Hotaru und er würden sich sicherlich auch ohne viele Worte verstehen, da sie ihre Gefühle ehrlich zeigten und man diese ihren Gesichtern entnehmen konnte. Akuma hatte eine Vielzahl von Gefühlen, die er auslebte und zeigte. Und bei seiner Begleiterin, wusste man auch immer woran man war.
Das war wichtig für ihn. Auf oberflächliche Freundschaften legte er keinen Wert. Er schätzte es, wenn er sah woran er bei einem Menschen war und eben auch, wenn man es an ihren Gesichtern oder Verhalten erkennen konnte.
Genauso wie es für ihn wichtig war, Missverständnisse nicht aufkommen zu lassen. Denn gab es welche, war es häufig schwer sie aus der Welt zu schaffen, da sie sich wie von selbst nährten und wuchsen. Wie oft kam es vor, das durch aneinander vorbei reden oder ein Gerücht eines Dritten, Freundschaften etc. zerstört wurden, weil die Parteien anstatt miteinander zu sprechen, bockig auf einander waren.
Bei Rei würde es seines Wissens nie dazu kommen, er würde es immer versuchen zu verhindern und er fragte eben auch direkt nach, ob jemand etwas nicht passte oder er jemanden ausversehen verletzt hatte. Genauso wie er auch nachhackte, wenn ihm was spanisch vorkam.
In dieser Hinsicht war er echt ein guter Kerl.
Gut, nicht nur in dieser.
Die Worte fasste er mit einem Lächeln auf und schätzte sie. Es war gut zu wissen, dass es eben auch jemanden gab, der sich um ihn sorgte und das nicht nur er der Aufpasser war. Jeder brauchte doch wenigstens einen Menschen, der sich um die Sorgen und Bedürfnisse von einem kümmerte und diese nicht ignorierte. Mindestens einen.
Er musste auch nicht den Helden oder den Macker spielen, so ein Draufgänger war er eben auch nicht. Vor Hotaru musste er sich auch nicht als einer aufspielen oder sich derart geben. Sie wusste ja wie er war und wie er tickte, da brauchte er nicht schauspielern.
Eigentlich stimmte es. Bei seinem Charakter und bei seinem Aussehen, war es wirklich wunderlich, das ihn noch nicht alle Menschen dieses Planeten kannten oder wenigstens alle Schüler dieser Schule. Oft waren Leute aber eben mit sich selbst beschäftigt und da übersah man dann eben auch einen Paradiesvogel wie ihn.
Das ihn allerdings die netten Damen des Speisesaals kannten, war Ehre und Freude zugleich. Sie versorgten ihn mit leckeren Süßspeisen und er zauberte ihnen mit seiner charmanten, ehrlich freundlichen Art ein Lächeln ins Gesicht. Menschen wie ihn, taten Menschen die für andere Menschen arbeiteten gut. Leider gab es eben immer wieder auch dumme, patzige “Kunden“ und nicht nur welche der Sorte Aku.
Käsekuchen war eine gute Wahl. Der lachte ihn selbst auch an. Allerdings fiel sein Blick auf den leckeren Kuchen daneben, bei welchem er auch verweilte und die Augen zu funkeln begannen. Auch ohne es aus zu sprechen, also ohne Worte, verstand die nette Dame und reichte ihm diesen, mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen.
„Sie verstehen mich einfach. Vielen Dank“, meinte er dann und nahm die Leckerei mit einem Strahlen entgegen. Seine Beute war ein Schokobananenkuchen geworden. Ein Traum aus Banane, Schokolade, Sahne und leckeren Boden. Allgemein war es eine schmackhafte Sünde.
„Setzten wir uns in die Nähe der Essensausgabe, damit wir für den Nachschub keinen langen Weg haben?“, sagte er dann mit einem kurzen Lachen als Nachklang.
Dann steuerte er auch schon einen der Tische in der Nähe an und setzte sich hin.
„Guten Appetit“, wünschte er ihr.
Es wurde Zeit, der leckeren Versuchung nach zu kommen und die erste Gabel zum Mund zu führen, nur um dann der Genugtuung und dem Genuss dieses Geschenkes Ausdruck zu verleihen.


Avery - Yusaku
Hotaru - Akuma
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BeitragThema: Re: Speisesaal   Do 30 Jul 2015 - 17:00

Wenn Avery im Redeschwall war, bemerkte sie gewisse Dinge in ihrer Umwelt nicht. Darum entgingen ihr auch die teils fremden, teils bekannten Gesichter die ein und ausgingen. Es gab relativ viele Schüler die hier noch eine Kleinigkeit gemeinsam verspeisten oder einfach nur zusammen gekommen waren, um noch mit einander zu quatschen. Was heute kaum verwunderlich war, weil im Gemeinschaftsraum eine Versammlung der Hausvorstände ausgerufen worden war. Dass diese bereits ein jähes Ende gefunden bzw. nicht wirklich stattgefunden hatte, konnte sie ja nicht wissen. Wie es wohl auch einige der redseligen Schülergrüppchen nicht wussten, sonst wären sie womöglich in diesen gegangen.
Leider verborg sich dahinter nicht viel Spannenderes, sie war kein Kind eines FBI-Agenten. Sondern einfach nur die Tochter eines arbeitswilligen Geschäftsmannes, der viel und gerne seine Zeit in die Arbeit investierte, damit es seiner Familie an nichts fehlte.
Über sein „unwichtig“ dachte sie gar nicht lange nach. Wenn er es nicht erklären wollte oder konnte, war das vollkommen in Ordnung und vielleicht war es eben auch einfach unwichtig und tat nichts mehr zur Sache, da es sich vielleicht in der Zwischenzeit auch schon erübrigt hatte.
Ava konnte ziemlich viele Dinge akzeptieren und tolerieren, allgemein war sie ein ziemlich unkomplizierter Charakter. Es war einfach mit ihr klar zu kommen, womöglich war es auch leicht, nicht mit ihr klar zu kommen. Sie hatte zwar keinen Extremencharakter, der quasi dafür sorgte, dass man sie nur lieben oder hassen konnte, dennoch lag es ja auch nicht nur an ihr.
Denn manche konnten und wollten sie annehmen, andere hatten auf sie einfach keinen Bock. Das ist eben der Lauf des Lebens. Und dann gab es Menschen wie Magnus.
Wie sagte man doch so schön: Jeder Mensch in deinem Leben hat einen Grund. Manche sind ein Geschenk, andere eine Prüfung.
Der jungen Halbamerikanerin merkte man schnell an, das sie eben im Westen aufgewachsen war und nicht im Osten. Die Sitten und Gepflogenheiten zeigten erhebliche Unterschiede auf. Da half es auch nicht immer, dass ihre Mutter sie so vieles gelehrt hatte. Wenn man quasi nur zwei Wochen im Jahr auf diese zurückgreifen musste und sonst anders war, war es eben oft doch schwer. Der Mensch war eben ein Gewohnheitstier. Wobei das wohl hieß, das sie nach einem Jahr in Japan eigentlich schon wieder völlig im östlichen Trott sein sollte, tatsächlich war sie das aber eben noch nicht. Kein Wunder, das lag daran, dass sie zu Hause eben doch auch noch mehr mit westlichen Werten lebten. Für Roman war es oft noch schwer, sich in der Geschäftswelt hier zurecht zu finden. Es hatte seine Zeit gedauert, bis er verinnerlicht hatte, das hier Kollegen nach der langen Arbeit noch gemeinsam zum Karaoke gingen oder zu Abend essen. Hier in Japan war der Großteil des Tages eben von Arbeit erfüllt.
Natsu erwartete nichts von Yusaku. Sie lernte ihn ja grade erst kennen. Ebenfalls etwas, wo sie unkompliziert dachte und tickte. Erwartungen sollte man ohnehin wenig haben. Man sollte dankbar sein, wenn Vorstellungen oder Wünsche ohne Druck erfüllt wurden. Ein Gefühl welches man oft bei Freunden hatte und was auch gut so war.
Die Braunhaarige nickte, als sie hörte dass er auf sein Zimmer gehen wollte und auch langsam aufstand. Das hatte sie sich fast gedacht. Es war vielleicht auch für sein Wohlbefinden und seine Gesundheit besser.
Deswegen überraschten sie seine nächsten Worte.
Das Lächeln welches sich auf seine Lippen zauberte und seine schönen blauen Augen zum Funkeln brachte, sah faszinierend aus. Es stand ihm, es ließ ihn offener und auch attraktiver aussehen. (Also nicht das er ohne Lächeln auf den Lippen unattraktiv aussah.)
Ave schätzte, das Yusaku ihr dieses Angebot machte. Er schien einer dieser Menschen zu sein, der sich um seine Mitmenschen sorgte und eben auch vorsorgen wollte. Im Anbetracht der aktuellen Geschehnisse und Umstände, entschloss sie sich, es an zu nehmen. Unter normalen Voraussetzungen, hätte sie es womöglich höflich abgelehnt, weil sie sich als großes Mädchen empfand und nie das Gefühl hatte, dass man ihr etwas antun wollen würde. Da gab es definitiv attraktivere Mädchen oder Schülerinnen die Melonen vor sich her trugen, wie appetitlich war sie da denn bitte im Vergleich? Richtig quasi 0,0.
„Das ist für mich in Ordnung, danke für dein Angebot“, meinte sie dann lächelnd und stand nun ebenfalls auf.
Als sie dann stand, klopfte sie sich kurz über die Oberschenkel, damit eventuelle Krümel und anderes, von ihrem Antlitz weichen mussten.
Dann hörte sie ihm wiederrum zu.
„Ja, also meine Eltern, meine zwei Brüder und ich sind nach Tokio gezogen“, erklärte sie. „Riley studiert bereits, deswegen besucht er diese Schule nicht, Elijah ist noch zu jung für dieses Internat und Simon“, dann stoppte sie. Es war manchmal noch seltsam, wenn sie über ihrer Geschwister sprach, vergegenwärtigte sich eben auch immer Simon. „Naja, aber ich habe mir ja auch bewusst diese Schule ausgesucht. Auch ich sollte langsam mal herausfinden, wo ich im Leben hin will“, meinte sie dann noch und blickte dann kurz raus um den Regen zu betrachten.
Leider hatte sie noch absolut keine Vorstellungen davon, wo sie hin wollte. Ob sie studieren wollte oder arbeiten gehen. Was sie lernen sollte oder ob sie früh Mutter und Ehefrau werden sollte. Sie fühlte sich für diese Entscheidungen und Fragen oft noch zu jung, dabei war es nicht mehr lange, bis hin zum Erwachsensein.
Doch wenn man keinen Plan hatte, war es einfach viel zu früh.
Als er dann über ihre Ehrlichkeit sprach, wusste sie nicht ob es ein Kompliment oder eher abwertend gemeint war. Schließlich fanden die einen offene Worte und Klarheit gut, andere verstanden nicht, wie man sich selbst quasi auf dem Silbertablett präsentieren konnte.
Weil er aber noch etwas dran hing, empfand sie es mehr als Fürsorge. Er wollte nicht, dass jemand ihre Art ausnutzte und sie damit quasi in Gefahr geriet.
Wobei sie wirklich nicht daran glaubte, das ihr jemand etwas Böses wollen würde. Da sie eben Durchschnitt war und kein Topmodel oder sonst was.
Ohne es böse zu meinen, musste sie kurz auflachen.
„Danke Yusaku-kun. Ich glaube aber nicht, dass ich da was zu befürchten habe“, sagte sie dann vielleicht etwas unbekümmerter als es gemeint war.
Es war auch gut möglich, das Avery Yusaku quasi als „besser“ einschätzte, als er war. Also das sie ihn positiver und gutmütiger sah, als er eventuell war. Früher oder später würde sie das vielleicht ja noch herausfinden. Je nach dem, wann und wie sie dann auch wieder mit einander sprechen würden, nach dem heutigen Abend.
Während sie einen Schritt vorging, legte sie sich die Haare über die Schulter nach vorne, allerdings nur auf einer Seite. Das machte sie gerne, wenn sie das Haar auf dem Rücken störte. Wer genau hinsah, konnte nun einen Blick auf einen Teil ihrer Tattoos erhaschen. Das am Ohr war komplett sichtbar, das am Nacken fast komplett, so wie ein Teil des Katzenkopfes, der Rest wurde von dem Stoff des Tops bedeckt.
Für einen Moment spielte sie mit ihren Haarspitzen, ehe sie das bemerkte und ihre Hand wieder senkte.


Hotaru - Akuma
Yusaku - Avery
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